Ein Sozialarbeiter auf Abwegen

Wie kommt man als Sozialarbeiter in ein IT-Unternehmen? Diese Frage wurde mir schon häufig gestellt. Eine kurze Antwort auf diese Frage in einem Satz habe ich nicht parat. Gewöhnlich fange ich damit an meinen beruflichen Werdegang zu beschreiben, und so will ich es auch diesmal handhaben.

Angefangen hatte alles während eines Nachtdienstes zu der Zeit als ich Zivildienstleistender im Krankenhaus war. Ich hatte mal wieder Nachtdienst und so saß ich spät nachts im Aufenthaltszimmer saß und vertrieb mir die Zeit mit Blättern in der Tageszeitung vom vergangenen Tag. In den Stellenanzeigen stieß ich auf die Ausschreibung zum IT-Systemelektroniker. Angetan von der Idee einen technischen Beruf zu erlernen bewarb ich mich und 3 Monate später begann mein neues Leben als Auszubildender.

Trotz meiner Faszination für Technik und Computer wurde mir jedoch bald nach der Ausbildung klar, dass mich die Arbeit als Techniker nicht glücklich macht. Mir fehlte der Austausch mit anderen Menschen. Ich wollte mich mit einem lebendigen Gegenüber auseinandersetzen und nicht mit kryptischen Fehlermeldungen die ein Computer ausgibt. Also habe ich mich kurzentschlossen für das Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule München beworben.

Meine Studienzeit habe ich genossen, neben vielen Spannenden Vorlesungen und Seminaren bin ich an der Hochschule Menschen begegnet, die ähnlich dachten wie ich. Die sich für soziale Fragen interessierten und sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gaben. Das Interesse für Technik und Computer ist mir jedoch geblieben und mir war von Anfang an klar, dass ich gerne in einer Firma, oder bei einem sozialen Träger arbeiten möchte bei dem ich meine beiden doch sehr unterschiedlichen Qualifikationen einbringen und nutzen kann.

Leider ist so eine Stelle nicht in Zeitungen oder beim Arbeitsamt zu finden. So begann in die Kinder- und Jugendhilfe zu arbeiten, hörte jedoch nicht auf mich weiter umzuhören nach Möglichkeiten Technik und Soziale Arbeit zu verbinden. In der Jugendhilfe lernte ich die praktische Seite der Sozialen Arbeit intensiv kennen, in der Arbeit an Schulen, in der Mittagsbetreuung und offenen Ganztagesklasse und in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

Nach zwei Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe hatte ich schließlich das Bedürfnis mich nach einem neuen Aufgabengebiet umzuschauen, einem in dem wieder etwas mehr technisches Verständnis gefragt war. Durch Zufall bin ich dann auf die Internetseiten der Firma rocom gestoßen. Über das Kontaktformular habe ich kurz beschrieben was ich mache und gefragt ob rocom an dieser Konstellation Interesse hätte. Nun ja, der Rest ist Geschichte.

Im Unternehmen sehe ich meine Aufgabe vor allem als Schnittstelle zwischen Anwendern und Technikern. Jeder Berufszweig hat seine eigene berufsspezifische Sprache. Diese wird häufig wie selbstverständlich benutzt und dabei vergessen, dass es für Fachfremde Personen schwierig sein kann dem Gespräch zu folgen. Dann ist es gut einen Mediator zu haben, der beide Seiten kennt, der darauf achtet, dass von derselben Sache geredet wird und ein gemeinsamer Nenner für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gefunden wird.

Im Augenblick bin ich noch derjenige der das Programm Tau-Office in seiner Vielseitigkeit erst einmal kennenlernen muss und seine vielfältigen Anwendungs- und Einstellungsmöglichkeiten verstehen und erkennen muss. Dies ist eine große Herausforderung, der ich mich neugierig stelle und darauf freue mich den Kunden von rocom bald als kompetenter Ansprechpartner zu Fragen rund um das Programm zu präsentieren.



Jan-Philip Frank